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Buß- und Bettag

 
 

Bedeutung

Buß- und Bettag -  Gelegenheit zur Umkehr und zum Gebet

Als staatlicher Feiertag wurde der Bußtag in fast allen Bundesländern gestrichen

 

Seit 1996 ist der Buß- und Bettag in fast allen Bundesländern bis auf Sachsen ein rein kirchlicher Feiertag. Wenn dieser Feiertag auf dem Kalender steht, gibt es für die Arbeitnehmer und Schüler keinen freien Tag. Allerdings ist allen der Besuch des Gottesdienstes zu ermöglichen, wenn keine dienstlichen Gründe dagegen sprechen. So sieht es das Niedersächsische Gesetz über die Feiertage  (§ 10 NFeiertagsG) vor. In der Regel finden jedoch die Gottesdienste in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers am Abend statt.

 

Die Tradition der Bußtage reicht weit bis ins Mittelalter zurück. Die mittelalterliche Kirche kannte zwei Arten von Bußtagen: Besondere Bußtage, die Anlass bezogen und ohne Zusammenhang mit dem Kirchenjahr von der staatlichen Obrigkeit, nicht von der Kirche, angeordnet wurden. Daneben gab und gibt es regelmäßige Fastentage mit Bußcharakter, die im Kalender festgelegt wurden. Bis heute ist die Passionszeit vor Ostern und die Adventszeit vor Weihnachten eine solche Zeit der Buße und Einkehr.

 

Noch 1878 gab es in 28 deutschen Ländern 47 verschiedene Bußtage an 24 Tagen. Doch war schon im 18. Jahrhundert die Anzahl der Bußtage verringert und damit eine Entwicklung angebahnt worden, deren Ergebnis ein jährlicher Bußtag war. Ins 19. Jahrhundert fallen die Bestrebungen, einen festen Termin eines solchen Bußtages für die evangelischen Kirchen Deutschlands zu finden. Die Eisenacher Konferenz schlug 1852 den Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres vor. Während sich die nord- und mitteldeutschen Landeskirchen 1893 dieser Regelung anschlossen, setzte sich in Süddeutschland dieser Termin erst im 20. Jahrhundert durch. Bis 1995 war der Buß- und Bettag ein gesetzlicher Feiertag, dann wurde er gegen den Widerstand der Kirchen im Zuge der Einführung der Pflegeversicherung in allen Bundesländern - außer Sachsen - gestrichen. Der zusätzliche Arbeitstag, so die Begründung für die Streichung, sollte den Unternehmen als Ausgleich für ihren Beitragsanteil dienen.

                

Vom Kirchenjahr her liegt der Buß- und Bettag zwischen dem Volkstrauertag und dem Toten- bzw. dem Ewigkeitssonntag.

         

Am Volkstrauertag, der ein staatlicher Gedenktag ist, wird an die Opfer beiden Weltkriege und der NS-Diktatur gedacht. Die Kirchen nehmen dieses Gedenken inhaltlich in ihre Gottesdienste auf.

              

Am Ewigkeitssonntag, dem letzten Tag des Kirchenjahres,  steht die Endlichkeit des (persönlichen) Lebens im Mittelpunkt. Außerdem wird in vielen Kirchengemeinden an die Verstorbenen des zurückliegenden Jahres gedacht. Häufig werden die Angehörigen dazu eingeladen.

             

Der Buß- und Bettag kann deshalb Raum geben, die Verantwortung des Staates und seiner Bürger für die Demokratie, Menschenrechte und Menschenwürde hervorzuheben. Zugleich bietet er Raum, das eigene Leben vor Gott und den Mitmenschen im Gebet und im Gottesdienst zu überdenken.

 

Im Rahmen der ökumenischen Friedensdekade bildet der Buß- und Bettag jeweils den Abschluss.

 
 

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